Samstag, 10.07.

Gerd Demobowski: Fußball vs. Countrymusik – Riot-Lesung und Gesangsähnliches

Was haben Fußball und Countrymusik miteinander zu tun? Findet es heraus! Songzitate von bekannten und mit ihm befreundeten Musikern cuttet Gerd Dembowski zur emotionalen Untermalung in seine Geschichten. Dembowski singt bei seinen berüchtigten Lesungen auch selbst – um das dann mit Kinderinstrumenten und Spielzeug wieder zu brechen.

Es geht um das erste geschossene Tor als erlebte Bedrohung, um die Suche nach Maradona, um das singende Holzfällerhemd Gunter Gabriel als Ersatzvater und um Fußball als Gesellschaftskitt. Infame Verleumdungen und herzvolle Liebeserklärungen – ein literarischer Drahtseilakt zwischen Fifa-Kongress und besetztem Haus.

Gerd Dembowski ist bekannt geworden als Sprecher des Bündnisses aktiver Fußballfans (BAFF), durch seine Arbeit für Football Against Racism in Europe (Fare) sowie seine Mitarbeit an dem Buch und der Ausstellung „Tatort Stadion“. Soeben erschien sein neues Buch “Der Ball ist bunt. Fußball, Migration und die Vielfalt der Identitäten in Deutschland”.

Seit einer halben Ewigkeit berichtet Dembowski aus der Fanszene und mischte 2007 bei der AG “Für Toleranz, gegen Diskriminierung” der DFB-Task-Force mit.  Ob er dabei eher Fan oder Anthropologe ist, weiß er manchmal selbst nicht so genau. 2007 kam “Fußball vs. Countrymusik” mit bissigen Glossen, wurde prompt zum Fußballbuch des Jahres 2007 nominiert – und verlor. Zum Trost wurde Dembowski ein literarischer Geheimtipp mit über hundert Lesungen.

“Apart auch die drei geschwärzten Zeilen im letzten Kapitel, wo es offensichtlich um Gerhard Mayer-Vorfelder geht, während andere phantasievolle Charakterisierungen führender Fußballrepräsentanten offenbar unbeanstandet durchgingen.” (Berliner Zeitung)

„Wo ein Mann wie Dembowski das Wort führt, können auch die Politiker nicht schweigen. Genervt vom wochenlangen Hickhack meldete sich sogar der Kanzler aus seinem Italien-Urlaub zu Wort.”(Der Spiegel)